Die Dokumentation erzählt von den Kindern im Gefängnis von Tscheljabinsk (Rußland). 120 Kinder im Alter von elf bis 16 Jahren sind dort wegen unterschiedlichster Straftaten in Verwahrung, jeder zehnte von ihnen wegen Mordes oder Totschlag. Tscheljabinsk ist eine Stadt im Ural mit 1,1 Millionen Einwohnern. Die Stadt ist umgeben von kilometerlangen Fabrikkomplexen der Stahl- und [...]
Die Dokumentation erzählt von den Kindern im Gefängnis von Tscheljabinsk (Rußland). 120 Kinder im Alter von elf bis 16 Jahren sind dort wegen unterschiedlichster Straftaten in Verwahrung, jeder zehnte von ihnen wegen Mordes oder Totschlag.
Tscheljabinsk ist eine Stadt im Ural mit 1,1 Millionen Einwohnern. Die Stadt ist umgeben von kilometerlangen Fabrikkomplexen der Stahl- und Chemieindustrie, welche quasi eigene Städte bilden. Die harte Arbeit der Menschen in diesen Fabriken wird schlecht oder gar nicht bezahlt und viele haben ihre Arbeitsplätze längst ganz verloren. Fast alle Kinder kommen aus Alkoholiker-, Arbeitslosen- oder Obdachlosenfamilien. Die Kinder flüchten aus den Familien, wo sie oft misshandelt werden und beginnen auf der Straße selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Sie kommen meistens in Straßenbanden unter, wo ihnen das Rauchen, das Trinken und der Drogenkonsum beigebracht werden. Um allein auf sich gestellt überleben zu können, fangen sie an zu stehlen. Man sieht deshalb in ihnen Straftäter und vergisst dabei, dass sie Kinder sind. Da ist zum Beispiel Ljoscha, ein 13-jähriger Dieb, gerade neu eingewiesen. Unter Tränen gewöhnt er sich an seine neue Umgebung. Pascha, ein 13-jähriger Drogensüchtiger, ist schon seit zwei Jahren hinter Gittern. Seine Mutter hat ihn noch nie besucht, nur zwei Briefe hat er bisher bekommen. Tolja, ein 14-jähriger Mörder, steht kurz vor seiner Entlassung. Sein Dorf, in das er zurückkommt, gibt ihm keine Chance. ””””Töten sollte man es, dieses Kind””””, sagen die Frauen auf der Straße. Hinter Gittern geht es den Kindern meist besser als zu Hause. Sie erhalten Essen, Kleidung, gehen zur Schule und treiben Sport. Sie müssen nicht um ihr Überleben kämpfen. Für drei Jahre haben sie ihre Kindheit zurück. Das russische System befördert die Integration der Jugendlichen nicht. Nach der Entlassung fallen die Kinder wieder in ihre alte Umgebung zurück, in ihre zerstörten Familien, in ihre Banden. Sie leben dort wie vor ihrer Verhaftung: Sie stehlen und trinken, bis man sie wieder verhaftet. 91 Prozent der Kinder kommen zurück, dann in ein Gefängnis für Erwachsene.




Dein Report wird gesendet. Bitte warte kurz....
| 

